campus a: Journalistisches Feedback für Österreichs erste bundesweite Schülerzeitung.

Bernhard Salomon berichtet, wie campus a mit einem maßgeschneiderten Chatbot jungen Menschen journalistische Werte vermittelt.

Projekt
Auf einen Blick
12 bis 18 Jahre, die Zielgruppe der Rückmeldungen
3 Qualitätsstufen: Lernvideos, KI, Community
1 Schule im Pilotprojekt, mit Journalismus-Schwerpunkt
2024 gegründet, am 29. April
BrancheMedien und Bildung EinsatzSchülerzeitung, bundesweit und schulübergreifend Betriebmaßgeschneiderter Chatbot, Pilot mit einer Schule AngabeProjekt

Ausgangslage

Tausende Texte, ein kleines Redaktionsteam.

Die Aufgabe war komplex: In Zeiten des demokratischen Verfalls wollte Bernhard Salomon Schülerinnen und Schülern die ethischen und handwerklichen Werte des Journalismus nahebringen. Anders als frühere Schülerzeitungen, die jede Schule für sich produzierte, sollte eine gemeinsame bundesweite Plattform entstehen. Die zentrale Herausforderung: Ein kleines Redaktionsteam kann unmöglich tausende Artikel täglich professionell feedbacken. „Wir brauchen einen Chatbot, der dieses Feedback professionell, glaubwürdig und belastbar an die Zielgruppe der 12- bis 18-Jährigen transportieren kann", erklärt Bernhard Salomon. Hinzu kam die Schwierigkeit, journalistische Grundprinzipien so zu vereinfachen, dass sie auch für junge Menschen ohne Vorkenntnisse verständlich sind, ohne dabei die Qualität zu verlieren.

Lösung

Rückmeldung, die 12- bis 18-Jährige annehmen.

Bernhard Salomon machte eine ernüchternde Erfahrung mit klassischen KI-Beratungsunternehmen: „Nachdem ich mich vier Wochen intensiv damit beschäftigt hatte, wusste ich mehr über KI als alle professionellen KI-Consulting-Unternehmen." Der Durchbruch kam durch die Zusammenarbeit mit Niclas Barthélemy (CEO und Co-Founder von scoreprise.AI), der einen anderen Ansatz wählte: „Die haben gleich gesagt: Wir kennen uns auch nicht aus, aber wir lernen jetzt gemeinsam mit dir, wie wir dein Problem lösen könnten. Das war wirklich einer der drei großen Lichtmomente."

Gemeinsam entwickelten sie einen maßgeschneiderten Chatbot mit zwei Hauptfunktionen: Zum einen gibt er detailliertes Feedback zu Schülertexten, etwa Hinweise, dass die Gegenseite fehlt, zu viele Passivsätze verwendet werden oder Fakten und Meinung vermischt sind. Zum anderen überarbeitet er Texte direkt journalistisch, in einer Qualität, die über Standard-KI-Tools wie ChatGPT hinausgeht.

Aufgabe

Feedback für tausende Texte

Ein kleines Redaktionsteam kann nicht tausende Artikel täglich professionell begutachten. Die Rückmeldung musste glaubwürdig und belastbar bei 12- bis 18-Jährigen ankommen.

Rückmeldung

Was am Text fehlt

Der Chatbot benennt konkret, was fehlt: die Gegenseite, zu viele Passivsätze, vermischte Fakten und Meinungen.

Überarbeitung

Journalistisch, nicht nur sprachlich

Auf Wunsch überarbeitet er den Text journalistisch, in einer Qualität, die über Standard-Werkzeuge hinausgeht.

Der Aha-Moment

Bernhard SalomonGründer

„Der Durchbruch war, als ich verstanden habe, ich muss die KI wie einen begabten Schüler behandeln und auch wie einen Menschen, nämlich erkennen, wo steht die im Bereich Text, welche klassischen Fehler macht sie, und eben darauf aufbauen und nicht versuchen, ihr was aufs Auge zu drücken.“

Zwei Erkenntnisse gingen voraus: dass die meisten KI-Berater nicht wirklich weiterhalfen, und dass KI nicht linear arbeitet wie Menschen, sondern alles gleichzeitig macht. Daraus wurde der Entschluss, eigene Werkzeuge zu bauen.

Ergebnis

Journalistisches Feedback in drei Qualitätsstufen.

Das Projekt befindet sich derzeit im Pilotprojekt mit einer Schule mit Journalismus-Schwerpunkt. Bernhard Salomon beobachtet, dass die Funktion zum Umschreiben deutlich häufiger genutzt wird als die Feedback-Funktion: ein Zeichen für Bequemlichkeit, aber auch eine Chance zum Lernen. Die mit dem maßgeschneiderten Chatbot erstellten Artikel sind mittlerweile kaum noch von manuell geschriebenen Texten zu unterscheiden, während Artikel mit Standard-KI-Tools weiterhin erkennbar bleiben.

„Ich bin teilweise tief in meiner Seele verblüfft, was die KI alles liefert, aber auch dann wieder am Punkt, wo ich mir denke: Wie ist so ein Schwachsinn möglich", beschreibt Bernhard Salomon ehrlich den aktuellen Stand. Die Entwicklung ist ein langfristiger Prozess: „Ich hoffe, dass wir in drei Jahren so weit sind, dass wir ein sinnvolles Instrument haben, das an die Zielgruppe angepasst ist und Spaß macht."

„Die sind nicht belehrend an die Sache herangegangen, um zu demonstrieren, was sie alles wissen, sondern sie sind lernend daran herangegangen. Jeder, der mir erzählt, er weiß alles über KI, das glaube ich einfach nicht.“

Bernhard Salomon, Gründer
12 bis 18 Jahre Zielgruppe
1 Schule im Pilotprojekt
3 Qualitätsstufen
29.04.2024 gegründet

Nächster Schritt

Ihr Anwendungsfall, an einem vergleichbaren Fall gezeigt.

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