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KI-Grundlagen

Was ist LangGraph?

LangGraph ist ein Open-Source-Framework aus dem Umfeld von LangChain, mit dem sich der Ablauf von Anwendungen steuern lässt, die ein großes Sprachmodell (LLM) einbinden. Statt feste, lineare Abfolgen abzuarbeiten, beschreibt man die Anwendung als Graph: Arbeitsschritte sind Knoten, Übergänge sind Kanten, und ein gemeinsamer Zustand (State) hält fest, was bisher passiert ist. So lassen sich Schleifen, Verzweigungen und das Zusammenspiel mehrerer Agenten kontrolliert abbilden.

Das Problem, das LangGraph adressiert

Einfache LLM-Anwendungen folgen oft einer geraden Linie: Eingabe rein, ein oder mehrere Modellaufrufe, Antwort raus. Das funktioniert für Prototypen und einfache Chatbots gut. Sobald eine Anwendung aber mehrere Schritte koordinieren, Zwischenergebnisse merken, je nach Ergebnis abzweigen oder einen Schritt wiederholen soll, stoßen rein lineare Abläufe an Grenzen.

Genau hier setzt LangGraph an. Das Framework gibt der Anwendung eine explizite Ablaufsteuerung und einen gemeinsamen Zustand. Dadurch wird nachvollziehbar, in welchem Schritt sich die Anwendung gerade befindet, welche Informationen vorliegen und welcher Schritt als Nächstes folgt. Das ist wichtig, wenn aus einem netten Demo eine verlässliche Anwendung werden soll.

Die zentralen Bausteine: State, Knoten und Kanten

LangGraph baut auf wenigen Grundbegriffen auf, die zusammen den Graphen ergeben:

  • State (Zustand): Eine gemeinsame Datenstruktur, die den aktuellen Stand der Anwendung abbildet – etwa den bisherigen Gesprächsverlauf, gesammelte Zwischenergebnisse oder gesetzte Variablen. Jeder Schritt kann den Zustand lesen und verändern.
  • Knoten (Nodes): Die einzelnen Arbeitsschritte. Ein Knoten ist in der Regel eine Funktion, die den Zustand entgegennimmt, etwas tut (zum Beispiel ein Sprachmodell aufrufen oder eine Datenquelle abfragen) und einen aktualisierten Zustand zurückgibt.
  • Kanten (Edges): Die Verbindungen zwischen Knoten. Sie legen fest, welcher Knoten als Nächstes ausgeführt wird. Kanten können fest sein oder bedingt – dann hängt der nächste Schritt vom aktuellen Zustand ab.

Aus diesen Teilen entsteht ein Ablauf, der nicht nur geradeaus laufen muss. Über bedingte Kanten lassen sich Verzweigungen abbilden, und über Rückführungen auch Schleifen – etwa, wenn ein Agent ein Ergebnis prüft und bei unzureichender Qualität einen Schritt wiederholt.

Wie sich LangGraph zu LangChain verhält

LangGraph gehört zum LangChain-Ökosystem, ist aber ein eigenes Paket. Beide lassen sich unabhängig nutzen, in der Praxis werden sie aber oft kombiniert. Vereinfacht gesagt:

  • LangChain eignet sich gut für lineare, modulare Abläufe (sogenannte Ketten/Chains) – etwa einfache Chatbots oder klassische RAG-Pipelines (siehe Retrieval-Augmented Generation).
  • LangGraph zielt auf zustandsbehaftete, mehrstufige und mehragentige Anwendungen, bei denen man die Ausführung genau kontrollieren und nachvollziehen will.

Man muss sich also nicht zwingend für eines entscheiden: Bausteine aus LangChain können innerhalb eines LangGraph-Graphen als Knoten dienen. Welcher Ansatz sinnvoll ist, hängt davon ab, wie komplex die Abläufe sind und wie viel Kontrolle die Anwendung braucht.

Typische Einsatzfelder

LangGraph wird vor allem dort eingesetzt, wo ein Ablauf nicht in einer geraden Linie funktioniert:

  • Mehrstufige Aufgaben, bei denen ein Schritt auf dem Ergebnis des vorherigen aufbaut.
  • Verzweigte Entscheidungen, bei denen der nächste Schritt vom Zwischenergebnis abhängt.
  • Schleifen mit Prüfung, etwa wenn ein Ergebnis bewertet und bei Bedarf überarbeitet wird.
  • Zusammenspiel mehrerer Agenten, die unterschiedliche Teilaufgaben übernehmen – das Themenfeld der Multi-Agenten-Systeme.

Damit ist LangGraph ein technischer Baustein im breiteren Feld der Agentic AI – also von KI-Systemen, die nicht nur antworten, sondern Aufgaben über mehrere Schritte selbstständig bearbeiten. Wer sich mit den Grundlagen von KI-Agenten befasst, trifft auf die gleichen Konzepte: Zustand, Werkzeuge, Entscheidungslogik.

Einordnung: Framework, nicht fertiges Ergebnis

Wichtig für die Praxis: LangGraph ist ein Framework für Entwicklerinnen und Entwickler, kein fertiges Produkt. Es liefert die Struktur, um Abläufe sauber zu beschreiben – die eigentliche Logik, die Anbindung an Datenquellen, das Testen und der Betrieb bleiben Aufgabe der Umsetzung.

Bei scoreprise.AI bauen wir AI-Mitarbeiter – also klar umrissene Rollen, die eine konkrete Aufgabe dauerhaft übernehmen, etwa Lead-Qualifizierung durch unseren Sales Assistant Carl. Frameworks wie LangGraph sind dabei eine von mehreren möglichen Grundlagen, um die nötige Ablaufsteuerung und Nachvollziehbarkeit herzustellen. Entscheidend ist nicht das einzelne Werkzeug, sondern dass eine Anwendung zuverlässig, kontrollierbar und im Betrieb stabil arbeitet. Genau dafür ist eine explizite Steuerung von Zuständen und Schritten – wie LangGraph sie bietet – hilfreich.

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